Conall

…heute nicht in meinem Zentangle Journal und auch kein Zentangle Kunstwerk. Dieses Mandala ist eine kleine Aufmerksamkeit für die Freundin meiner Mutter, die im April ihren Mann verloren hat.

Stufen.

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse.

Dieses ist mein erstes Zendala seit ich das 100daysproject gestartet habe, gewidmet ist es CZT Hanny Nuras (zenjoy) fullmoonmosaic.

Jeden Monat vor Vollmond gibt Hanny einen wundervollen String und zumeist noch ein Muster vor für ein Zendala. In der Vollmond nacht stellt sie dann ein Mosaic aus all den getangelten Zendalas zusammen, das jeder auf Instagram und Facebook bewundern kann.

Der String für diesen Monat bestand aus 2 Halbkreisen jeweils recht und links, die mit Hilfe eines zweiten Zendalas ganz einfach gezogen werden können. Das Muster das es in das diesmonatige Zendala geschafft hat heisst “benio” und ist von Hiroko Matsuo CZT aus Japan.

Benio ziert in meinem Zendala nun die Mitte und wie konnte es anders sein, die beiden Halbkreise waren wieder sehr verlockend für Mandalas. Für diese filgranen Formen der Mandalas werde ich definitiv noch sehr viel mehr Übung brauchen.

Nachdem ich mit dem Sinn und der Umsetzung des 100dayprojects gekämpft habe, gibt es nun ein Lösung für mich.

Ich habe beschlossen, die 100 Tage Zentangle weiterzuführen – aber in meinem eigene Rhythmus, ein Rhythmus der nicht täglich 100 auf einandere folgende Tage haben muss. Das ist die Möglichkeit den Druck wieder herauszunehmen und dem unangenehmen Gefühl der Verpflichtung zu entkommen.

Ich habe mein wundervolles selbstgebundenes Zentangle Journal, dessen 100 Seiten ich gerne mit meinen Zentangle Kunswerken füllen möchte. Vielleicht in 73 Tagen ( was ich nicht glaube;)) oder eben in 200 Tagen.

So habe ich heute wieder ein Zentangle Kunstwerk erschaffen an dem ich Freude hatte und bei der sich wieder die wundervolle Entspannung und Ruhe beim Tangeln eigestellt hat.

Es ist fast etwas mehr Mandala heute als Zentangle.

Angefangen hat alles mit dem wunderschönen floralen Tangle “Mona” von Hiromi CZT aus Japan mittig auf meiner Kachel. Und so ein schönes Zentrum das schreit ja förmlich nach einer mandalaartigen Umgebung.

Dennoch war mir heute nicht ganz so strukturiert zu mute und so habe ich aus Mona noch ein paar rankenartige Muster wachsen lassen, wie “Icantoo”, “Dewd” und “Mooka”.

Und erst dann haben ich mein florales Zentrum in einen Zenbutton eingebettet. Struktur trifft wildes Geranke – in meinem Zentangle Journal.

Auch diesen Monat hat Annette wieder einen grossartigen und kreativen Zendala-String entworfen für die Zendala Moments #10 im Oktober.

Da ich mich im Moment wieder sehr intensiv mit dem kreieren von Mandalas beschäftige ist mein Zendala ein bunte Mischung aus Zentangle-Mustern und freien Symbolen und Elementen geworden.

Das Mischen von Zentangle-Mustern und Symbolen die mir spontan und intuitiv in den Sinn kommen verschafft mir oftmals noch eine ganz andere Leichtigkeit des intuitiven Malens.

Die Symbole und Elemente die plötzlich vor meinem inneren Auge auftauchen sind mehr ein intuitiver Weg zu meinem Unterbewusstsein oder vielleicht auch anders herum, mein Unterbewusstsein verschafft sich Zugang zu meinem Bewusstsein. Wie auch immer, es ist etwas, das ich nicht steuern oder erzwingen kann. Es geschieht einfach und erfreut sich daran das Licht der Aussenwelt zu erblicken und nicht bewertet zu werden.

Die Zentangle-Muster die ich wähle sind mehr ein Ausdruck meiner Emotionen, die in dem Moment des Zeichnens präsent sind. Und natürlich lässt sich nicht leugnen, dass mein Grafiker-Verstand ebenso auch nach Kompostionen verlangt, die er für ästhetisch erachtet, da brauche ich mich gar nicht zu wehren oder etwas zu beschummeln, dass alles aus reiner Intuition geschieht. Der Kopf, mit seiner rein denkenden Funktion, ist doch immer noch ein Stückweit dabei und ich finde auch das hat Wertschätzung verdient 🙂

Zusammenfassend hatte ich einen wundervollen, entspannten Zendala Moment. Vielen Dank Annette für deinen kreativen String.

Schau dir auch gerne hier weitere Zendala Kunstwerke von den verschiedenen Künstlern an.

Hab einen schönen und sonnigen Start in die neue Woche

PS: Koloriert habe ich mit den Pitt Artist Brush Pens von Faber Castell

Bullet Journaling lives at the intersection between mindfulness and productivity. A system that adapts to your life every single day. ( bulletjournal.com )

Genau das richtige für mich! Und wahrscheinlich Millionen Anderer, sonst wäre es ja auch nicht so ein Trend! Meine bisherigen Versuche Listen zu führen, um ein wenig strukturierter zu sein sind gescheitert. Es gibt viele Methoden, und ich habe einige probiert. Allerdings hat mich die Überlegung  wie ich diese Listen aufbauen oder in welchem Medium ich sie führen soll schon an meine organisatorischen Grenzen gebracht.

Klar war, dass ich alles “oldschool” auf Papier haben möchte. Denn Termine im Smartphone verschwinden meist, weil ich häufig die Speichertaste ignoriere. Mit Zetteln habe ich es auch versucht, die ich nach Prioritäten sortiert habe “dringend” “wichtig” “weniger wichtig” – auch diese Zettel flogen überall herum und ich glaube sie wurden ab und zu mit dem Wind davon getragen. Auf jeden Fall waren sie verschwunden – natürlich die “dringenden”. Alles in ein Buch schreiben kam mir dann auch in den Sinn, aber alleine die Überlegungen wieviele Seiten für welche Aufgaben oder welcher Art der Liste oder Planung und welche Reihenfolge … ! Da brauchte ich ja schon vorher eine Liste für die Listen, damit ich weiss wo ich sie listen kann – so listig war ich dann auch nicht. Darum habe ich erstmal aufgegeben und beschlossen weiter in und mit meinem charmanten künstlerischen Chaos zu bleiben.

Und dann kam der Tag im August an dem mir das Bullet Journal – oder auch kurz BuJo – vorgestellt wurde. Noch etwas halbherzig wollte ich dem System des BuJo’s eine Chance geben. Die Erläuterung der Methode vom Erfinder, dem New Yorker Designer Ryder Carroll, auf der Seite bulletjournal.com reicht schon aus, um zu verstehen worum es geht und auch wie es geht. Super Methode für produktives Planen, einfach umzusetzen. Das will ich!

Als ich dann allerdings noch einmal neugierig unter #BulletJournal bei Pinterest und Instagram vorbeischaute, drängte sich mir der Gedanke auf: Oh, ich muss erst einen Handlettering-Kurs machen! Und: Gut das ich Grafikdesignerin bin, um die Seiten auch anspruchsvoll gestalten zu können. Und dann wieder: oh, was mache ich wenn eines der hübsch gestalteten Kästchen für irgendetwas platzmäßig nicht reicht. Eine Linie auf Papier ist auf Papier, nichts mit verschieben oder Apfel Z. Okay, also erst einmal alles ausmessen und mit Bleistift vorzeichnen und dann wenn alles passt mit Lineal und Fineliner nachziehen! Guter Plan! Gleich eintragen (lieber erstmal auf einem Zettel) • täglich 2 Stunden Vorbereitung für Aufbau Bullet Journal. • Anfangen in ca. 2-4 Monaten, wenn eine der Handlettering Schriften einstudiert ist. • Kurz noch einmal sammeln. • nachdenken. • Und … alle Gedanken abschütteln! Abschütteln ist eine grossartige Technik, die ich von meinen Hunden abgeguckt habe.

Nächster und wirklich sinnvoller Gedanke – einfach anfangen! Ohne Handlettering ohne Bleistiftvorzeichnungen. Das ist keine Kunstmappe, es ist ein flexibles Planungssystem zur Erleichterung des Alltages!

Gedacht – getan! Und …. es funktioniert hervorragend für mich. Es ist sogar tatsächlich schnell eine kleines Skizzenbuch für mich geworden in dem ich Ideen auch illustrativ festhalte und Spass daran habe im BuJo zu tangeln, zu doodeln, zu zeichnen und zu experimentieren. Es ist ein grossartige Mischung aus der klassischen Struktur des BuJo und dem lebendigen leicht chaotischem Design von all den Dingen die mir spontan in den Sinn kommen.

Übrigens folge ich auf Instagram auch weiterhin ein paar BuJo Planerinnen, die ihre Seiten mit wundervollem Handlettering und Design gestalten und ich schaue es mir gerne an und ich bewundere deren Stil! Und bin froh darüber meinen eigenen Stil bei mir selber durchgesetzt zu haben – sonst wäre ich jetzt wohl auch gerade im Handletteringkurs.

Wer sich inhaltlich für BuJo interessiert, es gibt sehr viele gute Seiten im Netz und demnächst auch ein Buch von Ryder Carroll.

Also viel Spass dabei!

Ich glaube mein BuJo sollte noch einen persönlicheren Namen bekommen. Da denke ich mal drüber nach! Oder besser noch ich mache eine Namens-“Collection” im BuJo.

NACHTRAG: Mein BuJo heisst jetzt Harvey